Ich frage mich ernsthaft, wer in Reformhäusern einkauft – Neureiche? Letzten Samstag wollte ich mich nicht in den Weihnachtswahnsinn begeben, brauchte aber noch Butter. Da ich direkt neben einem Reformhaus wohne, lag nichts näher, als dort einzukaufen. Soll ja auch gesunde Kost sein, dort.
Kurz rein (kein Mensch drin – wundert mich inzwischen auch nicht mehr), kurz gefragt: “Haben Sie Butter?” – “Ja, diese hier“. Die Besitzerin übergab mir ein klassisches Pfund Butter und ich ging zur Kasse. “Die nehmen wir zu Hause auch nur noch – die ist wirklich lecker! Macht ZWEI EURO FÜNFUNDFÜNZIG (sic!)!”
Hallo??? Ein Pfund Butter – ich rede von Markenbutter – kostet sonst um die 1,10 Euro – oder vielleicht 1,20 Euro. Dann habe ich aber schon streichzarte Butter von glücklichen irischen Kühen, die in schier unendlichen grünen Auen ein sanftes “Muuuh” abgeben dürfen. So suggeriert es mir zumindest die Verpackung. Danach wurde die Butter dann auch noch hunderte Kilometer nach Deutschland importiert, bis sie dann endlich bei Kaufland in der Ladentheke steht.
Die Kerrygold-Butter hat zudem den Begriff “streichzart” endlich mal Wirklichkeit werden lassen – selbst, wenn man sie frisch aus dem Kühlschrank holt.
Und im Reformhaus? Milch aus der Umgebung… werden deren Milchbauern nicht subventioniert? Haben die spezielle Therapeuten und Masseure angestellt, die deren Kühe zweimal täglich ein paar Stunden den Euter durchwalken?? Also bitte – ZWEI EURO FÜNFUNDFÜNZIG. Ok, ich habe die Butter gekauft, weil mir das zu doof war, zu fragen, ob die Verpackung aus Blattgold besteht.
Zu Hause angekommen habe ich mir die feinste der feinen Buttern aufs Brötchen geschmiert (so streichzart, wie doppelt gehärteter Stahl frisch aus den Hochöfen von Thyssen-Krupp!), etwas Mett drauf (bloß nicht zuviel – ich will ja die Butter noch schmecken) und zum genießen extra hingesetzt und entspannt.
Zugegeben: Die Butter war lecker. Schmeckte aber nach maximal ein Euro sechzig!
Die zweite Brötchenhälfte ist mir dann übrigens vom Tisch gefallen. Damit habe ich auch gleich den Beweis angetreten, dass nicht nur Butterbrote immer auf die beschmierte Hälfte fallen – nein, das machen auch Brötchen. In Anbetracht der gesammelten Katzenhaare auf dem Mett, habe ich mir dann eine Dose Ravioli aufgemacht und war mit dem Thema durch.
Was haben wir gelernt? Arbeitet euch erstmal krank und kaputt und verdient viel Geld, bevor ihr im Reformhaus gesund einkaufen geht! Und noch etwas: Gute Verkäufer haben die Produkte, die ihr einkauft auch immer selbst im Gebrauch. Das war schon so, als ich bei Schallplatten Müller ne LP gekauft habe (”Die habe ich auch zu Hause – die ist super!“)… so manche Verkäuferhaushalte will ich nicht sehen… was für einen Scheiß die in den Ecken stehen haben müssen… vom Kühlschrank ganz zu schweigen!
Na Faulheit muss bestraft werden. Wenn Du schon vergoldete Butter kaufst…
Hab Dein Blog nur durch Zufall über Moppens gefunden.