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Archive for Dezember 2005

Ich frage mich ernsthaft, wer in Reformhäusern einkauft – Neureiche? Letzten Samstag wollte ich mich nicht in den Weihnachtswahnsinn begeben, brauchte aber noch Butter. Da ich direkt neben einem Reformhaus wohne, lag nichts näher, als dort einzukaufen. Soll ja auch gesunde Kost sein, dort.

Kurz rein (kein Mensch drin – wundert mich inzwischen auch nicht mehr), kurz gefragt: „Haben Sie Butter?“ – „Ja, diese hier„. Die Besitzerin übergab mir ein klassisches Pfund Butter und ich ging zur Kasse. „Die nehmen wir zu Hause auch nur noch – die ist wirklich lecker! Macht ZWEI EURO FÜNFUNDFÜNZIG (sic!)!“

Hallo??? Ein Pfund Butter – ich rede von Markenbutter – kostet sonst um die 1,10 Euro – oder vielleicht 1,20 Euro. Dann habe ich aber schon streichzarte Butter von glücklichen irischen Kühen, die in schier unendlichen grünen Auen ein sanftes „Muuuh“ abgeben dürfen. So suggeriert es mir zumindest die Verpackung. Danach wurde die Butter dann auch noch hunderte Kilometer nach Deutschland importiert, bis sie dann endlich bei Kaufland in der Ladentheke steht.

Die Kerrygold-Butter hat zudem den Begriff „streichzart“ endlich mal Wirklichkeit werden lassen – selbst, wenn man sie frisch aus dem Kühlschrank holt.

Und im Reformhaus? Milch aus der Umgebung… werden deren Milchbauern nicht subventioniert? Haben die spezielle Therapeuten und Masseure angestellt, die deren Kühe zweimal täglich ein paar Stunden den Euter durchwalken?? Also bitte – ZWEI EURO FÜNFUNDFÜNZIG. Ok, ich habe die Butter gekauft, weil mir das zu doof war, zu fragen, ob die Verpackung aus Blattgold besteht.

Zu Hause angekommen habe ich mir die feinste der feinen Buttern aufs Brötchen geschmiert (so streichzart, wie doppelt gehärteter Stahl frisch aus den Hochöfen von Thyssen-Krupp!), etwas Mett drauf (bloß nicht zuviel – ich will ja die Butter noch schmecken) und zum genießen extra hingesetzt und entspannt.

Zugegeben: Die Butter war lecker. Schmeckte aber nach maximal ein Euro sechzig! 😉

Die zweite Brötchenhälfte ist mir dann übrigens vom Tisch gefallen. Damit habe ich auch gleich den Beweis angetreten, dass nicht nur Butterbrote immer auf die beschmierte Hälfte fallen – nein, das machen auch Brötchen. In Anbetracht der gesammelten Katzenhaare auf dem Mett, habe ich mir dann eine Dose Ravioli aufgemacht und war mit dem Thema durch.

Was haben wir gelernt? Arbeitet euch erstmal krank und kaputt und verdient viel Geld, bevor ihr im Reformhaus gesund einkaufen geht! Und noch etwas: Gute Verkäufer haben die Produkte, die ihr einkauft auch immer selbst im Gebrauch. Das war schon so, als ich bei Schallplatten Müller ne LP gekauft habe („Die habe ich auch zu Hause – die ist super!„)… so manche Verkäuferhaushalte will ich nicht sehen… was für einen Scheiß die in den Ecken stehen haben müssen… vom Kühlschrank ganz zu schweigen!

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Sorry Folks, mein Blog eröffnet unerfreulich. Dafür hatte ich eine andere Geschichte vorgesehen, aber aus aktuellem Anlass muß ich hier mal was niederschreiben.

Stellt euch vor, ihr wohnt in einem 7-Familien-Haus und stellt euch auch vor, dass ihr in Hörweite schonmal familiären Zwist mitbekommt. Kann passieren – kommt überall und in den besten Familien mal vor. Diese Geschichte hat jedoch eine Vorgeschichte.

Vor etwa einem Jahr flogen in besagter Familie einmal so die Fetzen, dass ich Worte, wie „Ich kann nicht mehr!“ und „Hau ab! Verschwinde!“ und heftigeres Zeug hörte und merklich das Mobiliar zu Bruch ging, woraufhin der weibliche Part irgendwann einmal die Wohnung verliess. Ich bekam durch mein Fenster noch mit, dass sie draussen vor dem Haus hockte und Rotz und Wasser heulte. Es war spät und ich warf mir ein paar Klamotten über, um nachzusehen.

Als ich draussen nachsah, war die Frau verschwunden – offenbar wieder in der Wohnung. Dort flogen dann wieder die Fetzen. In meiner Not rief ich die Polizei. Glücklicherweise war ein Bekannter von mir dabei, der sich die Situation von mir schildern ließ. Auf die Nachfrage, ob alles in Ordnung sei, kam natürlich die Antwort „Alles in Ordnung!“, woraufhin die Grünen wieder abrücken mußten. Nicht ohne mir zu sagen, daß die Dame des Hauses arg mitgenommen aussah.

Ich sah sie am nächsten Tag mit einem blauen Auge.

Es ist jetzt 4:30 Uhr. Vor ca. 3 Stunden wurde es oben wieder laut – erst durch die Musik, dann später (vor ca. 1,5 Stunden) flog wieder Mobiliar durch die Gegend – die Frau schrie zwischendurch.

Also habe ich mir wieder ein Herz genommen, Klamotten angezogen und bin in Richtung derer Wohnung gegangen. Kurz vor der Tür (Flurlicht war aus, weil ich erst noch sicher gehen wollte, daß es wieder aus der Wohnung kam), öffnet sich die Tür und ihr Typ kommt raus. Sichtlich verduzt, daß ich quasi auf der Treppe vor deren Tür war. Kurzer Talk, von wegen: „Geht’s euch gut – ich hab was gehört…“ – „Ja, alles in Ordnung – sie verträgt den Alkohol nicht. Immer wenn sie ein paar Kurze trinkt, verliert sie die Kontrolle.“ – „Ich habe sie schreien und rufen hören“ – „Ja, war ein bißchen Stress und sind ein paar Gläser geflogen, aber nur weil sie über den Durst getrunken hat. Jetzt mach ich mir schon selbst wieder Sorgen – ich geh nochmal rein.„. Woraufhin ich sagte: „Geh mal besser nicht wieder rein! Wenn Du sagst, es ist alles ok, dann reicht mir das.„. Währenddessen schluchzte und heulte sie drinnen klar vernehmbar. „Ne, ich schau nochmal nach – nur keinen Alarm machen jetzt. Die kommt nicht klar. Bloss keine Polizei oder so rufen„.

Der Typ ging wieder rein und ich wieder in meine Wohnung. Das war um ca. 3:30 Uhr. Weil der Typ seine Jacke an hatte, als er mich auf der Treppe traf, dachte ich, er wird schon gleich abhauen – dann kann ich wieder rauf und SIE mal fragen, ob wirklich alles in Ordnung ist.

5 Minuten, nachdem ich wieder in meiner Wohnung war, war oben auch Ruhe, deren Tür ging auf, er ging runter. Ich lauschte noch am Fenster, on die Haustür klappert und er wirklich geht. Ich sah ihn nicht wirklich gehen – habe aber auch einen eingeschränkten Sichtbereich aus meinen Fenstern nach draußen.

Gereade, um kurz nach 4 Uhr höre ich, dass jemand oben den Besen schwingt und „klar Schiff“ macht. Ich dachte mir: Ok, der Typ ist weg – ideale Gelegenheit, sie mal zu fragen, ob es ihr gut geht. Auch auf die Gefahr hin, daß der Typ nicht gegangen ist, sondern das im Prinzip nur „angedeutet“ hat.

Und was war? Ich gehe rauf, klopfe leise an die Tür – das Herz schlägt mir bis zum Hals, weil der Typ echt ne Schlägerfigur macht – und ER macht auf. Super! Was sagt man da? „Geht’s euch wirklich gut? Ich hab nochmal was gehört!“ – „Ja, wir fegen hier nur gerade mal durch, aber ich weiß nicht, ob’s DIR wirklich gut geht„….

Scheiße!

Ich mach mir echt Sorgen um die Frau, aber da kommt man so nicht ran. Hab ich was falsch gemacht oder mir was vorzuwerfen? Ich fühle mich schlecht!

Nils

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