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Archive for November 2009

Heute startet unser Weihnachtsmarkt – und natürlich steht vor jedem Weihnachtsmarkt der Aufbau der einzelnen Attraktionen.

Bis hierhin haben die Castroper unter meinen Lesern schonmal gelacht, denn unser Weihnachtsmarkt verdient den Namen kaum. Da wird eine große Holzhütte aufgebaut, in der es zu Essen und Getränke gibt und dann reihen sich ein paar wenige Holzhütten daneben. Alles wenig heimelich – alles Kommerz. Nicht wirklich weihnachtlich. Hauptattraktion ist natürlich das große Zelt auf dem Markt, aber davon mag ich gerade gar nicht sprechen.

Neben all dem Genannten gibt es nämlich noch ein Kinderkarussel. Das wurde Montag tagsüber aufgebaut. Als ich abends daran vorbei ging, mußte ich ziemlich schmunzeln, denn im Kassenhäuschen saß ein Mitarbeiter mit einer Flasche Kronen-Pils und zog sich das genüsslich rein. Soweit, so komisch schonmal. Komisch im Sinne von lustig. Ungewöhnliches Bild halt.

Weil ich um 8:30 Uhr am Dienstag einen Arzttermin hatte, ging ich kurz vorher wieder an dem Karussel vorbei – und das Bild war für die Götter: Der Mitarbeiter saß schnarchend im Kassenhäuschen – in der Scheibe war eine halb ausgetrunkene Flasche Bier klar ersichtlich. Dass er lebt, war daran zu erkennen, dass sich kreisrunder Kondens seines Atems an der Scheibe abzeichnete.

Erst, als ich um 11 Uhr nochmal an dem Karussel vorbeiging, war die Jalousie heruntergelassen.

Ich möchte nicht wissen, was der arme Scherge für Kopfschmerzen hatte. Auf 2 Quadratmetern bei geschlossenen Türen seine Alkoholfahne gegen die Scheibe zu pusten, bei abnehmenden Sauerstoffgehalt der Luft ist wohl nicht gerade förderlich. Und ich glaube, es ist auch peinlich, wenn man in einem Kassenhäuschen eines Kinderkarussels mit der letzten Kanne Bier am Start wach wird, während draußen schon hunderte Leute ihre Markttaschen durch die Gegend tragen.

Sowas nenne ich ne harte Nacht! 😉

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= Nestwärme =

Es ist einige Jahre her, dass ich in die FDP eingetreten bin. Aufgrund der überschaubaren Zahl aktiver Mitglieder im Stadtverband Castrop-Rauxel, steckte ich auch recht schnell mitten in der politischen Kleinarbeit. Ich habe gesehen, wie der Stadtverband qualitativ und quantitativ gewachsen ist und bei der letzten Kommunalwahl kreisweit sein bestes Ergebnis seit langer, langer Zeit eingefahren hat.

Vieles funktioniert auch heute noch auf Zuruf und wird unkompliziert unter wenigen Augen abgesprochen, aber ich bemerke auch Strukturveränderungen. Als ich in der letzten Legislaturperiode den Jugendhilfeausschuss und Schulausschuss als sachkundiger Bürger besetzte, wurde das in der erweiterten Fraktion kurz thematisiert und dann war das einfach so. Heute hingegen bekam ich sogar Post von meiner Partei!

„Glückwunsch!“ ist darin zu lesen und „der Rat der Stadt Castrop-Rauxel hat Dich […] zum sachkundigen Bürger in den Betriebsausschuss 3 gewählt.“. Natürlich spricht man auch von „Arbeit“ und „Herausforderungen“, aber ganz ehrlich: Ein schönes Zeichen der Fraktion. Denn viele verkennen: Wirklich dankbar sind solche politischen Pöstchen nicht! Ich habe mir mehr als einmal am Wahlstand anhören müssen: „Ihr lebt doch sowieso alle von unseren Steuergeldern!“ (was nicht stimmt). Dabei ist die politische Arbeit auf dieser Ebene eine ehrenamtliche.

Es bringt kein Geld, es bringt auch keinen Ruhm. Gleichwohl birgt es Verantwortung, denn in diese wird man stets genommen. Ob man privat bei einer Feier sitzt, seinem Nebenjob nachgeht oder eben in politischer Funktion am Ball ist: Man braucht immer Antworten, man muß immer eine Spur besser informiert sein. Und wenn man mal ehrlich zugibt, keine Antwort zu haben, ist gleich die gesamte FDP eine Partei von Versagern. Wie ich überhaupt in Gesprächen zu Unrecht gleich als „die FDP“ gesehen werde.

Und trotzdem macht es auch Spaß, wenn man sieht, dass man im Kleinen etwas bewegen kann. Mir gibt es ein gutes Gefühl, meiner Bürgerpflicht nachzukommen. Und umso schöner ist es doch, wenn man unter Gleichgesinnten so nett in eine neue Legislaturperiode startet. Danke für die Glückwünsche! Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Parteikollegen mit einer für mich neuen Aufgabe im Betriebsausschuss 3. Ich werde mich an die warmen Worte erinnern, wenn’s mal wieder ruppig wird. 🙂

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oder auch: Anspruch und Realität oder auch: Was Werbung verspricht und das Produkt (nicht) hält.

Alles in einem Bild:

sollundhaben

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…MUSS man natürlich nicht, wie der Vergleich zwischen Kaufland und REWE mir heute gezeigt hat.

Aufgabenstellung: Kaufe eine Packung Lebkuchengewürzmischung

Ablauf im Kaufland: Ich steuere zielsicher die Backwarenabteilung an und schaue eine vier Meter lange Wand von Backzutaten durch und werde nicht fündig. Beim Ablaufen der näheren Umgebung entdecke ich eine Aktionsfläche auf der diverse Weihnachtsgewürzmischungen standen. Vergangenheitsform. Die Lebkuchengewürzmischung war ausverkauft, diverse andere Mischungen waren quer ineinandergemischt und lagen teils in den Waren darunter oder auf dem Boden. Selbst bei denen auf dem Boden (ja, ich war so verzweifelt) befand sich leider nicht mehr die gesuchte Mischung.

Etwa 20 Meter weiter in der Kühlabteilung treffe ich einen Mitarbeiter an und es gab folgenden Dialog:

„Entschuldigung,die Lebkuchengewürzmischungen vorne im Aktionsregal sind ausverkauft. Haben Sie vielleicht noch welche im Lager?“

„Die Gewürzmischungen stehen vorne!“

„Ja, ich weiß. Ich sagte ja: Sie sind ausverkauft. Gibt es vielleicht noch welche im Lager?“

„Na, wenn vorne keine mehr sind, dann nicht.“

YIEHA! Da war es: Der Spruch: „Wenn’s nicht im Regal steht, isses auch nicht da.“ auf kaufländisch – der gehört in eine Reihe mit „Draußen gibt’s nur Kännchen“ und „Das machen wir hier immer so.“. Toll!

Wechseln wir den Laden…

Ablauf bei REWE: Ich steuere zielsicher die Backwarenabteilung an und schaue eine zwei Meter lange Wand von Backzutaten durch und werde nicht fündig. Einen Meter weiter packt ein Mitarbeiter Kartons aus und ich spreche ihn an:

„Entschuldigung, haben Sie vielleicht eine Lebkuchengewürzmischung?“

„Die sollte ja eigentlich bei den Backwaren stehen. Moment, ich schau mal.“, woraufhin er seine Kartons stehen ließ und die Backwaren durchschaute. „Hmmm… hier sind sie nicht. Vielleicht im Gewürzregal.“ und schritt dorthin. Ich sagte: „Ok, danke – dann schau ich hier mal durch.“

„Ach was – zu zweit sehen wir mehr“

Nachdem wir beide dort nicht fündig wurden, habe ich mich für die Mühen bedankt und wollte gehen, doch es kam hinterher: „Moment – ich frage mal eben meinen Chef, der weiß auf jeden Fall, ob wir das haben!“, entschwand für eine knappe Minute, kam wieder und sagte: „Entschuldigung, das wurde noch nicht mitgeliefert. Wir erwarten die Gewürzmischung leider erst in ein bis zwei Wochen.“

Na hallo? Unterschied gemerkt? Das Ergebnis war zwar das gleiche, aber als Kunde wurde ich bei REWE mehr als ernst genommen. Schön, dass man sich das dort leistet…

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= Putpat =

Wer schaut heute noch Musikfernsehen á la VIVA oder MTV? Hand aufs Herz: Da läuft ja auch kaum noch Musik. Dabei habe ich bis zur Klingeltonverdummbeutelung ganz gerne mal aktuelle Clips gesehen. Und auf VIVA2, bzw. VIVA Plus gab es ja durchaus auch Spartensendungen, wo sogar manchmal meine bevorzugte Musik gespielt wurde.

Schon zu Zeiten, als ich noch das Klangwald-Magazin gepflegt habe, träumte ich von der Möglichkeit, mal einen Videochannel für Synth-Pop, Dark-Wave & Gothic ins Netz stellen zu können. Das ganze war aber schon wegen der Bandbreite nicht bezahlbar.

Heute gibt es Putpat.tv – und Putpat.tv geht noch weiter, als meine alte Idee – da kann sich nämlich jeder sein eigenes Musikfernsehen zusammenklicken. Das ganze funktioniert, wie bei last.fm und man kann sogar sein last.fm-Profil angeben, um die Einstellungen von dort zu übernehmen. Ich empfehle jedoch ein neues Profil.

Wie funktioniert’s? Ganz einfach: Man teilt Putpat mit, welche Bands man mag. Mehr braucht’s nicht für den Start. Putpat startet daraufhin direkt mit Videos der Lieblingskünstler und wartet auf Reaktionen, denn man kann Songs von der Playlist nehmen, indem man sie „verbannt“ oder man kann sie zwischen 0 und 100 Prozent bewerten. Daraus macht sich Putpat einen Reim und bietet entsprechend weitere Künstler an.

Meine Vorgaben waren beispielsweise: A-Ha, De/Vision, And One, IamX, Camouflage, Deine Lakaien, Depeche Mode usw. – Neben diesen Künstlern spielte mir Putpat Videos von Pet Shop Boys, Duran Duran, Sneaker Pimps, Robots in Disguise, Apoptygma Berzerk, Miike Snow und Calvin Harris vor. Die Hälfte davon kannte ich gar nicht. Und das ist der Mehrwert: Neben den bekannten und geschätzten Songs hört man ähnliches Material, das einem auch gefallen könnte. Die Prozeduren im Hintergrund sind inzwischen so pfiffig, dass man auf jeden Fall außerordentlich gut auf seine Kosten kommt.

Eine weitere grobe Abstimmungsmöglichkeit ist der Veequalizer. Funktioniert wie ein Equalizer, nur dass man nicht Bässe und Höhen einstellt, sondern die Bedeutung der einzelnen Gruppen für seinen Musikgeschmack. Ich kann also sagen: 30% A-Ha, 80% De/Vision, 60% Depeche Mode usw.

Ruck-Zuck hat man seinen eigenen Musikvideokanal zusammengeklickt, der fast ausschließlich Musik spielt, die man auch wirklich hören will – und dabei lernt man auch noch Bands kennen, die man vorher nicht kannte. Toll! Und noch ein Feature, das es bei MTVIVA nicht gibt: Gefällt der aktuelle Clip nicht, klickt man auf Skip und es kommt das nächste Video.

Finanziert wird das ganze zwar auch per Werbung, aber bisher erhalte ich rund alle 4-5 Clips einen 20-Sekunden-Spot. Damit lebe ich gerne.

Das Projekt ist derzeit in der Betaphase. Die Bewerbung ist aber unkompliziert – meiner wurde auch direkt binnen 1 Stunde stattgegeben. Ins freie Textfeld habe ich lediglich eingetragen: „Ich möchte am Betatest teilnehmen.“. Das war’s. Tolle Geschichte! Ausprobieren!

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