Eine liebe Freundin hat mir ihren Rechner vorbeigebracht, weil das darauf vorhandene Windows XP schrottig war und nicht mehr bootete. Sie hat mich gebeten, einige Dateien vom Rechner zu kopieren – sofern noch möglich.
Nach einem kurzen Test war klar, dass die Festplatte an sich nicht übermäßig beschädigt war (ein paar kleinere Inkonsistenzen bisher) – also geht’s nur um das Finden und Kopieren von Dateien. Da ich keinen Wechselrahmen bemühen wollte und den Rechner auch nicht aufschrauben wollte, dachte ich mir: Tu doch mal das, was Du immer schonmal ausprobieren wolltest: Ein Livesystem auf einen USB-Stick oder eine CD-ROM packen. Damit kann ich dann ja “mal eben” die Dateien auf eine USB-Festplatte kopieren.
Soweit, so simpel gedacht. Ab hier trennen sich dann Wunsch und Wirklichkeit.
Ich habe inzwischen Stunden damit zugebracht, einige Live-Systeme herunterzuladen, zu installieren und auf dem angeschlagenen PC aufzurufen. Ein DOS ist schnell gezaubert. Die externe USB-Festplatte meldet sich dort aber nicht an. Ein anderes Linux-Livesystem erkennt zwar die externe Festplatte, schreibt aber maximal 1,2GB darauf. Mehr kann es nicht verwalten. Ein anderes Linuxsystem (DSL) startet erst gar nicht in den Desktop.
Jetzt sitze ich hier vor LiLi – dem Linux Live USB Creator. Boah, ist das stylisch! Bisher das komfortabelste Tool, das mir begegnet ist. Nachdem man sich ein Wunschsystem ausgesucht hat (in meinem Falle KUbuntu (ein Ubuntu mit KDE)), sucht sich das Tool eigenständig den schnellsten Mirror-Server aus und startet den Download eines Images.
Die Installation auf dem USB-Stick geht auch reibungslos. Darüber hinaus kann man sich aussuchen, ob man ein Live-System möchte oder lieber ein persistentes System bevorzugt. Als Sahnehäubchen obendrauf gibt’s noch die Option, dass sich das Ubuntu auch als virtuelles System unter Windows starten lässt. Fantastisch!
Mit dem KUbuntu kann ich nun fleißig kopieren. Und auf meinem alten 2GB Stick habe ich nun ein OS, das ich überall mit hinnehmen kann, um dann wirklich “mal eben” was an Windows vorbei zu erledigen. Meine Empfehlung an das Tool, wenn einem Knoppix zu heftig ist.
Am Donnerstag fand ich einen Abholschein der Post im Briefkasten. Hmmm… ein Paket. Ich hatte gar nichts bestellt. Nungut – am Freitag war ich bei der Post und holte das Paket ab. Ich staunte nicht schlecht, war es doch ein Paket im Format “L”, wie “Large” oder zu deutsch: “groß”. Schwer war es auch noch – und gekostet hat es auch nichts.
Ein Blick auf den Absender verriet: “Stadtverwaltung Castrop-Rauxel”. Nun kam es schonmal vor, dass ich den Haushaltsplan per Paket von der Stadt zugesandt bekam. Wer mein Blog aufmerksam verfolgt oder mich kennt, weiß, dass ich für die FDP Castrop-Rauxel Funktionen wahrnehme. Und in diesem Zuge erhalte ich auch ständig Post von der Stadt. Ein Paket dieses Ausmaßes war mir aber neu. Premiere.
Also packte ich mir die paar Kilos unter den Arm und schleppte das Zeug nach Hause. Zu Hause angekommen:
Da war ich baff! Es sind Unterlagen für die “Lenkungsgruppe Flächennutzungsplan 2025″. Mal eben drei Aktenordner. Und ratet mal, wann die ersten Inhalte besprochen werden? Morgen! Also bitte… wer soll sich mit dem Datenwust binnen so weniger Tage vertraut machen? Und dann fehlen auch noch etwa 30 Seiten im ersten Ordner und es waren gleich zwei Anschreiben im Karton: Einmal für mich und für den Vorsitzenden des Umweltausschusses der Grünen.
Ich bin latent bedient.
Ach übrigens – weil ja immer so viele schimpfen, dass sich “die Politiker” die Taschen mit Steuergeldern vollstopfen: Für diese Lenkungsgruppe gibt’s nichtmal ne Aufwandsentschädigung. Das ist also ehrenamtliche Arbeit komplett für Nüsse. Ich wollte es nur mal erwähnt haben…
Weil gefragt wurde… hier das Rezept für die Caipirinha-Creme:
Zutaten:
6 Blatt Gelatine (oder 1 Packung Sofort-Gelatine)
5 Limetten
4 Eier
300 g Zucker, braun
100 ml Cachaca ( Zuckerrohrschnaps )
500 g Joghurt (Vollmilch – Joghurt – 3,5%)
400 g Schlagsahne
Zubereitung:
Limetten heiß abwaschen und trocknen. Schale von 3 Limetten abreiben. Von 1 Limette die Schale dünn abschälen, in feine Streifen schneiden und zum Garnieren beiseite stellen. Gelatine einweichen.
Limettenschale mit Eiern, Zucker und Schnaps auf dem heißen Wasserbad ca. 10 Minuten dickschaumig aufschlagen.
Gelatine ausdrücken und in der Eiercreme auflösen, bzw. Sofort-Gelatine einrühren.
4 Limetten auspressen. Saft und Joghurt unter die Eiercreme rühren. Sahne steif schlagen und unterheben.
Creme in einzelne Gläser oder eine große Schüssel füllen und mindestens 3 Std. kaltstellen. 1 Limette in Scheiben schneiden und an den Rand stecken. Mit Zucker und Limettenschale verzieren.
Meine bessere Hälfte hat sich gestern ein paar Mädels eingeladen – und ich hatte mich angeboten, den Nachtisch zuzubereiten. Soweit auch kein Thema – ich habe mich für ein aufwendigeres Rezept entschieden: Caipirinha-Creme. Die kommt eigentlich immer sehr gut an, allerdings hat das Rezept zwei Haken: Die Zubereitung ist relativ anstrengend (10 Minuten mit dem Schneebesen in einem Wasserbad Eier, Zucker und Schnaps schaumig aufschlagen – da spürt man anschließend seine Hände nicht mehr, wenn man zu doof ist, das aus dem Handgelenk zu schütteln) und es ist auch zeitkritisch. Das ganze kann eben während der Zubereitung auch “umkippen”.
Ich hatte also schon meine schaumige Masse geschlagen, als zuerst mal der Schneebesen in tausend Teile zersprang. Das fördert nicht unbedingt die Grundstimmung. Ich mußte jetzt noch 4 Limetten auspressen und den Limettensaft in die Masse geben. Ein Griff in den Schrank, in dem die Zitronenpresse steht. Vielmehr: Stehen müsste. Sie zeigte sich aber nicht. Schnell die anderen Schränke durchsucht – NIX! Da schnellte der Blutdruck schon hoch. Die Creme wurde langsam fest und da fehlte noch einiges in der Masse. Also immer mal wieder durchgerührt, Schrank durchsucht, durchgerührt, Hass geschoben, nächsten Schrank durchsucht.
In der Verzweiflung die bessere Hälfte angerufen: “WEIßT DU, WO MEINE ZITRUSPRESSE IST? DIE IST NICHT IM SCHRANK, WO SIE HINGEHÖRT!!!” – “Aeh, nö! Die hab ich nicht weggepackt.” – “OK, TSCHÜSS!”.
Etwa zu dem Zeitpunkt bin ich grün angelaufen, mein Hemd platzte mir vom Oberkörper und dann habe ich einfach mal einiges aus den Schränken gerupft, um bis zur jeweiligen hinteren Schrankwand gucken zu können. Natürlich hat sich die Zitruspresse nicht gezeigt. Da ich aber eh zu HULK mutiert war, habe ich die Limetten kurzerhand per Hand ausgedrückt.
Wenn HULK Caipirinha-Creme macht und etwas sucht, sieht’s in meiner Küche danach übrigens so aus:
Zitruspresse ist übrigens wieder aufgetaucht (die bessere Hälfte fand sie in dem Schrank, in den sie auch gehörte (die Zitruspresse – nicht die bessere Hälfte!))…
Hmmm… irgendwie hadere ich mit HDR… wenn ich mir aus meiner Reihenaufnahme mal ein Bild rauspicke:
und mir dann die HDRI-Aufnahme nach Tonemapping dazu ansehe:
Bin ich irgendwie unzufrieden. Die Farben sind so wischi-waschi… Details kommen zwar heraus, aber irgendwie sieht das Bild doch aus, wie gequirlter Stuhl, oder? Da muß ich wohl noch üben…
Die Vorlage ist ansich natürlich schon nicht so der Burner (unscharf), aber mir gehts nur um die Farben.
Komm ich heut nicht, komm ich vielleicht übermorgen… oder auch: Outsourcen, bis der Arzt kommt!
TNT ist echt ne Bombenfirma! Wie einige andere Liefer- und Servicedienste auch, scheint man bei TNT Subunternehmer anzuheuern, um Waren zuzustellen oder abzuholen. Das führt dann dazu, dass Informationskarten in schlechtem Deutsch ausgefüllt werden, man teilweise ein ungutes Gefühl dabei hat, den Menschen wertvolle Dinge in die Hand zu drücken, aber auch dazu, dass man am Telefon geduzt wird.
Ja, richtig. Am Telefon heißt es dann durchaus: “Wann bist Du denn immer zu Hause?” – da kriege ich ja schon nen Kackreiz. Samstag noch vorbeikommen war dem Fahrer dann auch nicht so lieb (“Muß ich extra nochmal raus – lass uns Montag machen!”), Montag lässt er mich dann sitzen. Nach tausend Entschuldigungen am Telefon und einem “Komme ich tausendprozentig morgen vorbei – 12 Uhr! Ich verspreche! Auf jeden Fall bin ich da. Und schuldigung nochma!” ließ er mich dann heute um 12 Uhr wieder sitzen.
Die eingeschaltete Niederlassung Dortmund wiederum wirkte auch nicht sehr bemüht (“Naja, bei DEN Straßenverhältnissen…” – “Entschuldigung, aber wir reden hier von vier Tagen!”), hat es aber dann geschafft, um 13:45h eine Fahrerin vorbeizuschicken. Applaus, Applaus!
Für die Ballongasflasche zahlen wir übrigens Tagesmiete – ist nicht viel, aber es sind so unnötige Kosten. Von TNT bin ich geheilt. Wenn ich da drumherum beauftragen kann, werde ich das tun.
16 Uhr: Meine Hairstylistin macht mich wieder menschlich
17 Uhr: Der Kollege von oben bringt die Fotoausrüstung zurück
18 Uhr: Sparfachleerung – Hilfskraft
19 Uhr: Fraktionssitzung
Nicht schlecht für einen Montag.
Heute Morgen erreicht mich dann eine Mail, dass die Fraktionssitzung von heute verschoben wird. Um 12:50 habe ich bei TNT mal angerufen, wann die Flasche denn nun geholt würde: “Achje – das habe ich ja ganz vergessen. Heute bin ich auf einer anderen Tour!” – Termin auf morgen verschoben. Also nutzte ich die Zeit zum Einkaufen. Da erreicht mich eine SMS meiner Hairstylistin. Fazit: Geschnitten wird morgen. Der Kollege mit der Fotoausrüstung kommt dafür erst um 14:30h. Um 14:20 Uhr fragt mich der Kollege telefonisch, wo ich denn stecke – da war ICH noch unterwegs.
Eigentlich müsste gleich noch die Sparfachleerung abgesagt werden…
…das sagte ich meiner besseren Hälfte heute Abend, nachdem wir Avatar in 3D gesehen haben und uns verabschiedeten. Toller Film! Vor allem in 3D – vor allem auf den besten Plätzen im Kino (Danke, Timo!!).
So viel liebe zum Detail bei Flora und Fauna – in der grafischen Darstellung, aber auch bei der Vorstellung, wie die Evolution auf einem vergleichbaren Planeten der Erde hätte verlaufen können: Respekt!
Heutige Einschätzung für den Film: Weltklasse! – in einigen Jahren in 2D im Fernsehen wird er vermutlich wirken, wie “Independent Day” heute. Für heute hat er mich aber abgeholt und mitgenommen…